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In der modernen Logistik, insbesondere in Österreich und den angrenzenden Märkten, gewinnt das Konzept des pick by light immer mehr an Bedeutung. Schnelle Durchlaufzeiten, höchste Genauigkeit und eine klare Sauberkeit der Prozesse sind heute entscheidende Wettbewerbsfaktoren. Pick by Light, auf Deutsch oft als lichtgestütztes Picking bezeichnet, verbindet einfache Bedienung mit leistungsstarker Automatisierung. Dieser Artikel erklärt, wie pick by light funktioniert, welche Vorteile es bringt, wo es eingesetzt wird und wie Unternehmen eine erfolgreiche Implementierung planen — von der ersten Bedarfsanalyse bis zum nachhaltigen Betrieb.

Was ist Pick by Light (Lichtgestütztes Picking)?

Pick by Light, auf Deutsch Lichtgestütztes Picking, ist ein Lager- und Kommissionierverfahren, bei dem Leuchten, Ziffernanzeigen oder LED-Displays an den Lagerpositionen anzeigen, welches Objekt entnommen werden soll. Der Mitarbeiter folgt der Lichtanzeige, entnimmt den korrekten Artikel aus dem Regal und bestätigt die Entnahme über ein Terminal, einen Handscanner oder eine Tasterei. Die Meldung erfolgt unmittelbar am Regal, sodass der Such- und Zuweisungsaufwand stark reduziert wird.

Die Grundidee hinter pick by light ist so einfach wie effektiv: Zielgerichtete Hinweise statt langwieriger Suchprozesse. Dadurch sinkt die Fehlerrate, die Pick-Geschwindigkeit steigt, und die Schulung der Mitarbeitenden wird deutlich weniger zeitintensiv. In vielen Branchen und Regionen, auch in Österreichs logistischen Zentren, hat sich dieses Prinzip als Standardlösung etabliert.

Wie funktioniert Pick by Light? Die Technik im Überblick

Kernelemente des Systems

Prozessfluss – vom Auftrag zur Bestätigung

  1. Auftragsempfang: Der Auftrag wird im WMS erfasst und für das pick by light-System vorbereitet.
  2. Zuordnung der Positionen: Das System ordnet jede Position dem passenden Artikel zu und legt fest, wie viele Stücke entnommen werden müssen.
  3. Lichtanzeige an der Regalposition: Die entsprechende Leuchte oder Anzeige wird aktiviert und weist auf die korrekte Lagerstelle hin.
  4. Entnahme und Bestätigung: Der Mitarbeitende entnimmt die angezeigte Stückzahl und bestätigt die Entnahme am Terminal.
  5. Rückmeldung ins System: Das System aktualisiert Bestände in Echtzeit und führt bei Bedarf weitere Picking-Schritte aus.

Vorteile von Pick by Light

Kernvorteile im Überblick

Wirtschaftliche Aspekte

Die Investition in ein Pick by Light-System amortisiert sich typischerweise durch reduzierte Fehler, gesteigerte Produktivität und optimierte Arbeitsprozesse. Je nach Auftragsvolumen, Artikelvielfalt und Lagerlayout können Unternehmen von einer ROI-Periode von wenigen Monaten bis zu zwei Jahren profitieren. Neben den direkten Einsparungen wirken sich auch indirekte Effekte positiv aus: bessere Kundenzufriedenheit durch pünktliche Lieferungen, stabilere Lieferketten und weniger Personaleinsatz bei Fehlerkorrekturen.

Anwendungsbereiche und Branchen

Pick by Light eignet sich für eine breite Palette von Anwendungen. In Österreichs Logistiklandschaft finden sich zunächst u.a. folgende Einsatzfelder:

Elektronik- und Elektrotechnik

Viele Kleinteile mit hoher Stückzahl pro Auftrag profitieren von der schnellen, fehlerfreien Entnahme. Die klare Zuweisung reduziert Fehlbuchungen und spart Zeit in der Übereinkunft von Beständen.

Automobil- und Zulieferindustrie

In Montage- und Lagerprozessen bildet pick by light eine zuverlässige Basis zur präzisen Zusammenführung von Bauteilen, besonders dort, wo viele Artikel in ähnlicher Größe vorliegen.

Pharma, Healthcare und Kosmetik

Hohe Genauigkeit ist hier entscheidend. Leichte Rückverfolgbarkeit, saubere Abläufe und dokumentierte Entnahmen unterstützen Compliance-Anforderungen.

Lebensmittel und Getränke

Für temperaturgeführte oder empfindliche Produkte ist ein klares Pick-Label-System hilfreich, um eine konsistente Qualität sicherzustellen und Rückläufer zu minimieren.

Fulfillment- und E-Commerce Zentren

Schnelle Durchlaufzeiten und variable Bestellkombinationen lassen sich mit Licht gesteuertem Picking effizient umsetzen, gerade in Hochlastzeiten und im Multi-Client-Umfeld.

Implementierung: Schritte zu einem erfolgreichen Pick by Light Projekt

1. Bedarfsanalyse und Zieldefinition

Bevor Sie investieren, sollte eine sorgfältige Analyse erfolgen. Welche Artikelarten, Stückzahlen, Packeinheiten und Lagerdictionen liegen vor? Welche Fehlerraten bestehen aktuell und welche Effizienzsteigerungen sind realistisch?

2. Layout-Planung und Hardware-Auswahl

Die Anordnung der Gänge, Regale und Leuchtanzeigen bestimmt maßgeblich den Nutzen. Es geht darum, Engpässe zu erkennen und den Materialfluss so zu gestalten, dass Lichtsignale möglichst direkt in der Arbeitsposition erscheinen. Auswahlkriterien sind Sichtbarkeit, Energieverbrauch, Wartungsaufwand und Skalierbarkeit.

3. Softwareschnittstellen und Integration

Eine enge Verzahnung mit dem WMS, dem ERP-System und ggf. Lager-PCs ist entscheidend. Schnittstellen sollten Echtzeit-Updates ermöglichen, um Bestände, Picklisten und Liefertermine zuverlässig zu synchronisieren.

4. Schulung, Change Management und Akzeptanz

Neue Technologien brauchen Training. Mitarbeiter sollten den Umgang mit den Lichtanzeigen, Fehlerursachen und dem Abbruch von Picking-Schritten verstehen. Change-Management reduziert Widerstände und fördert die Akzeptanz.

5. Pilotphase und schrittweise Einführung

Testen Sie das System in einem abgegrenzten Bereich, bevor Sie landesweit oder unternehmensweit ausrollen. Eine klare Erfolgskriterienliste hilft, den Erfolg messbar zu machen.

6. Betrieb, Wartung und kontinuierliche Optimierung

Regelmäßige Wartung der Leuchtelemente, Updates der Software und Feedback aus der Praxis sichern die Stabilität. Optimierungen sollten datengetrieben erfolgen, etwa durch Analyse von Picking-Laufwegen oder Fehlerraten pro Schicht.

Kosten, ROI und Total Cost of Ownership

Bei der Investition in Pick by Light fallen mehrere Kostenblöcke an: Hardware (Leuchten, Displays, Sensoren), Installation und Kabelinfrastruktur, Softwarelizenzen oder Abonnements, Integrationsaufwand mit bestehenden Systemen sowie Schulungskosten. Die Summe ergibt eine Total Cost of Ownership, die durch Einsparungen bei Fehlern, Arbeitszeit und Durchsatzgains ausgeglichen wird. Typische ROI-Kurven variieren je nach Branchengewicht, doch Muster zeigen, dass sich die Investition oft innerhalb von 6 bis 18 Monaten amortisiert, insbesondere bei hohem Bestellvolumen und wenig Variabilität der Artikel. Langfristig sinken Wartungskosten pro Jahr durch Standardisierung und geringe Fehlersuche.

Herausforderungen und Lösungswege

Umgebungsbedingungen und Sichtbarkeit

Räumliche Gegebenheiten, Beleuchtungsbedingungen oder Staub- und Feuchtigkeitsverhältnisse können die Sichtbarkeit von Leuchtanzeigen beeinflussen. Lösung: robuste, IP-zertifizierte Komponenten, klare Farbcodierung und gut nutzbare Kontraste im Display-Design.

Schulung und Mitarbeiterauswirkungen

Eine Einführung erfordert Zeit und klare Kommunikation. Lösung: strukturierte Schulungsprogramme, einfache Bedienung, schrittweise Einführung in Phasen und regelmäßiges Feedback der Mitarbeitenden.

Integration mit bestehenden Systemen

Kompatibilitätsfragen und Schnittstellen können komplex sein. Lösung: frühzeitige Einbeziehung der IT, Nutzung etablierter API-basierter Schnittstellen und ein langsamer, kontrollierter Rollout mit Tests.

Vergleich: Pick by Light vs. andere Picking-Methoden

Jede Methode hat ihre Stärken. Hier ein kompakter Vergleich:

Zukunftstrends: Was kommt als Nächstes?

Die Entwicklung von Pick by Light schreitet fort, indem Systeme intelligenter, vernetzter und flexibler werden. Wichtige Trends sind:

Praxisbeispiele und Best Practices

Beispiele aus der Praxis zeigen, wie erfolgreiches pick by light Projekte realisiert werden können:

Praxisbeispiel A: Elektronik-Distributor in Wien

Ein mittelgroßes Verteilzentrum implementierte pick by light in einem Bereich von 2.500 Lagerpositionen. Durch klare Leuchtanzeigen pro Position, eine enge WMS-Integration und gezielte Schulungen sank die Fehlerrate innerhalb von drei Monaten um über 60 Prozent, während die Picking-Geschwindigkeit deutlich zunahm. Die Investition wurde durch Produktivitätssteigerungen und reduzierte Nachbearbeitungskosten rasch amortisiert.

Praxisbeispiel B: Pharma-Logistikzentrum in Österreichs Süden

In einem sensiblen Umfeld mit strengen Compliance-Anforderungen wurde Pick by Light so implementiert, dass jede Entnahme exakt dokumentiert wird. Die Leuchtelemente erhielten zusätzliche Sicherheitsfunktionen, um versehentliche Unter- oder Überentnahmen zu verhindern. Die Transparenz der Entnahmen erleichterte Audits und erhöhte das Vertrauen von Kunden in die Logistikleistung.

Praxisbeispiel C: E-Commerce Fulfillment in einem europäischen Netzwerk

Mehrere Standorte nutzten ein gemeinsames Lichtsignalsystem, kombiniert mit einer zentralen Auswertungsplattform. Die Übersicht über Auftragsstände, Engpässe und Mitarbeiterleistung ermöglichte es, Ressourcen effizienter zu verteilen und Störungen frühzeitig zu erkennen.

Fazit: Warum Pick by Light eine lohnende Investition ist

Pick by Light ist mehr als eine technische Lösung – es ist eine Strategie, die auf klare visuelle Orientierung, Geschwindigkeit und Genauigkeit setzt. Für Unternehmen mit hohen Auftragsvolumen, vielfältigen Artikeln und engen Lieferfenstern bietet Lichtgestütztes Picking eine bewährte Basis, um Prozesse zu verschlanken, Fehler zu reduzieren und die Kundenzufriedenheit spürbar zu erhöhen. Die richtige Planung, eine enge Verzahnung mit bestehenden Systemen und ein kontrollierter Rollout machen aus einer Investition in Pick by Light eine nachhaltige Optimierung der gesamten Lieferkette — von der Lagerhalle bis zum Endkunden.